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MVA Stellingen:

Rückbau mit Aussicht

Wer auf der A 7 in Richtung Elbtunnel fährt, hat rechtsseitig auf Höhe der Abfahrt Stellingen die Veränderungen vielleicht bemerkt. Denn Hamburgs älteste Müllverbrennungsanlage ist während der letzten Monate deutlich geschrumpft. Im November letzten Jahres hat EGGERS Tiefbau in einer Arbeitsgemeinschaft mit PORR Deutschland an der Schnackenburgallee mit dem Rückbau begonnen. Ende 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Aufgrund der Schadstoffsanierung der verschiedenen hochgradig belasteten Bauteile ist dieses Projekt sehr anspruchsvoll“, sagt EGGERS-Projektleiter Malte Sylvester. Denn die 5.000 Tonnen Stahl sollen der Verwertung zugeführt werden. „Der Rückbau erfolgt während des laufenden Betriebes des Recyclinghofes. Alle Arbeiten müssen darauf abgestimmt werden.“ Der anfallende mineralische Bauschutt wird vor Ort durch eine Brecheranlage aufbereitet und dann zum Teil auf der Baustelle wiederverwertet. Insgesamt umfasst das Rückbauprojekt rund 64.000 Kubikmeter: 13 Gebäude werden komplett zurückgebaut, 19 Objekte müssen entkernt und dekontaminiert werden. Ungewöhnlich ist der Blick in die Höhe: Der Rückbau des etwa 70 Meter hohen Schornsteines wird mit Hilfe eines auf dem Turm positionierten Abbruchbaggers durchgeführt. Dieser trägt den Beton systematisch ab. Der auf sechs Krakenarmen stehende Bagger kann die entstehenden Höhenunterschiede ausgleichen und arbeitet sich langsam nach unten vor. Die Sicherheit der Mitarbeiter ist nicht nur bei diesem Projekt ein wichtiger Faktor. Vor dem Rückbau wurde alles genau untersucht und das anfallende, belastete Material wird gesondert entsorgt. „Das Kesselhaus zum Beispiel mit zwei ca. 35 Meter hohen Kesseln muss dekontaminiert und entkernt werden, auch das Turbinenhaus wird schadstoffsaniert. Dies passiert unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen mit einer Schwarz- Weiß-Anlage“, berichtet Sylvester. Langfristig (bis Mitte 2023) soll auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage ein „Zentrum für Ressourcen und Energie“ (ZRE) entstehen.

Bildquelle: Sebastian Engels

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