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Neues System zur

Munitionsdetektion im Meer

EGGERS Kampfmittelbergung beteiligt sich an dem renommierten Forschungsnetzwerk Munitect

Mehr als 1,6 Millionen Tonnen Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegen laut offiziellen Schätzungen auf dem Grund von Ost- und Nordsee verborgen. Wie man diese künftig noch schneller und effektiver aufspürt – mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsnetzwerk Munitect, an dem sich auch die EGGERS Kampfmittelbergung beteiligt. Oliver Geisler, Abteilungsleiter GEO Service bei der Kampfmittelbergung, beantwortet die wichtigsten Fragen:

Wer beteiligt sich in diesem Netzwerk?

Oliver Geisler: Wir sind 18 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen und Forschungseinrichtungen, die zusammen an dem Projekt unter der Leitung des Frauenhofer Instituts arbeiten. Munitect ist unter dem Dach des Maritimen Clusters Norddeutschland entstanden, das die Zusammenarbeit in der maritimen Branche stärkt. Zudem wird unsere Forschung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Welche Rolle spielt EGGERS Kampfmittelbergung in der Gruppe?

Oliver Geisler: Wir sind in der Forschungsgruppe Impulsgeber und Erstanwender. Das heißt, wir sind an der Ideenentwicklung beteiligt, prüfen den praktischen Bezug der Forschung und werden zudem eine wichtige Rolle in der Testphase der Projekte einnehmen.

Was macht ein neues System zur Detektion von Gefahrenstoffen im Meer aus?

Oliver Geisler: Wo zurzeit noch mehrere Methoden zur Detektion im Wasser zur Anwendung kommen, soll ein leistungsfähiges und kostengünstiges System stehen, das diese Methoden vereint. So kann künftig viel Geld und Zeit beim Aufspüren von Munition eingespart werden. Davon profitieren sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer. Daneben ist es uns ein besonderes Anliegen, auch die Grundlagen zu ermitteln, nach denen die Leistungsfähigkeit neuer und bestehender Systeme beurteilt werden kann.

In welchen Bereichen wird das neue System Anwendung finden?

Oliver Geisler: Die Forschung ist vor allem für die Bereiche Wasserbau und Hafenrenovierung von Bedeutung. Gerade im Hamburger Hafen, aber auch in der Kieler Förde befinden sich immer noch viele unentdeckte Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Aber auch auf offener See etwa beim Verlegen von Kabeltrassen für Windparks finden Detektionssysteme Anwendung. Neben der Verbesserung der bisherigen Methoden arbeiten wir aber auch an der Entwicklung komplett neuartiger Systeme für die Langzeitüberwachung gefährdeter Flächen im Wasser. Das hat Bedeutung für die Umwelt, aber auch für den Tourismus in bestimmten Gebieten und liegt damit im Interesse der öffentlichen Hand.

Wann wird es erste Prototypen geben?

Oliver Geisler: Erste Testsysteme wird es voraussichtlich schon Anfang nächsten Jahres geben. Wenn diese sich bewähren, steht der zügigen Markteinführung nichts im Weg.

Zahlen:

1,6 Millionen Tonnen konventionelle Kampfstoffe liegen im deutschen Meer:

  • 1,3 Millionen in der Nordsee
  • 300.000 Tonnen in der Ostsee

Bis zu 3.000 Kilogramm Munition gehen einem Fischer im Jahr ins Netz.

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